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Zur Zeit ist nur diese eine Geschichte
eingestellt
Das Gänseblümchen
Es war Frühling. Die
Sonne ging gerade auf und funkelte überall in den Wassertröpfchen auf den
Pflanzen. Heute scheint es ein schöner sonniger Tag zu werden. Auch der
Wetterbericht hatte für heute 22 Grad Wärme angekündigt.
Am Wegrand zum Blasenberg,
kurz vor Waldbeginn, stand einsam und allein ein kleines Gänseblümchen.
Die Blütenblätter von der Nacht her noch fast geschlossen, aber man
konnte meinen es hat bereits die Sonne gemerkt und öffnete sich sehr
langsam. Um 10:00 Uhr zeigte es seine volle Blütenkraft. Strahlend weis wog
es sich zärtlich in der Frühlingsluft.
„Schade, dass ich hier
so alleine bin“, schluchzte es traurig vor sich hin und als es so vor
sich hinträumte kam mit viel Gesumse eine kleine Biene angeflogen. Selten
hatte sich an diesen Platz ein Insekt verirrt, denn weitere Blumen gab es
gut wie keine. Die Biene setzte sich auf den gelben Punkt, welcher aus
vielen Einzelblüten bestand und suchte in den Körben nach Nektar.
Unbewusst wurden dabei die Blüten bestäubt und es wird nach geraumer Zeit
Samen heranwachsen.
Dies geschieht nicht
von heute auf morgen, sondern dauerte schon einige Wochen.
Die Zeit verging, Tage
mit Regen, Tage mit Sonne und die Wärme ließen die Samenkörnchen heran
reifen. Das kleine Blümchen war froh, denn es wusste, wenn der Samen reif
sind, fallen diese aus und rings herum entstehen neue Gänseblümchen. „Oh,
wie schön, dann bin ich nächstes Jahr nicht allein“, dachte es immer
wieder.
Doch kurz vor der Reife
der Samen kamen Kinder am Weg vorbei. Sie spielten und hüpften auf dem
Weg und am Wegrand. Das Kleine Gänseblümchen fürchtete sich sehr, denn
beinahe wurde es mit dem Schuh zusammen getreten. Es hatte Glück gehabt,
lediglich ein paar grüne Blätter wurden zerfetzt. Ein Kind rief sogar:
„Schau Thomas, ein Gänseblümchen. Soll ich das pflücken“. Jetzt zitterte
das Pflänzchen und hatte Angst. Thomas aber antwortete sehr rasch: „Nein
lass es stehen, wir suchen weiter hinten ein paar schöne Margeriten“. Das
Gänseblümchen war erleichtert. Denn wenn man es jetzt gepflückt hätte,
wäre es zwar nicht gestorben und hätte nächstes Jahr wieder neu
ausgetrieben. Aber da der Samen nicht verstreut wurde, wären keine neuen
Pflänzchen nachgekommen. Es wäre wieder ganz alleine gewesen.
Sechs Wochen waren
vergangen. Die Blütenblätter wurden welk und der Samen war voll
ausgereift. Ganz locker saßen die Körnchen am Blütenboden und fielen bald
von alleine ab. Am Nachmittag zogen dunkle Wolken auf und ein Gewitter
kündigte sich an. „Wenn jetzt ein kräftiger Wind kommt“, dachte das
Gänseblümchen: „streut es meine Samenkörnchen in die nähere Umgebung“. So
kam es auch. Mit dem Gewitter fegte der Sturm übers Land und ergiebiger
Regen wässerte den Boden. Aller Samen flog aus und verteilte sich auch
sehr weit.
Regen und Sonne verhalfen
den Saatkörnern zum Keimen. Kleine Pflänzchen schienen heranzuwachsen. Es
wurde Herbst und die bunten Farben in der Natur verschwanden. Die Blätter
von den Bäumen waren rot, gelb und braun gefärbt. Das alte Gänseblümchen
war müde, es zog sich zurück in die Erde und wartete nun auf das kommende
Frühjahr. Der Winter kam und
überzog die ganze Landschaft mit einer weißen Decke.
Seit Beginn war jetzt
ein Jahr vergangen. Es wurde erneut Frühjahr. Die Natur erwachte und
überall begann es zu sprießen und zu blühen. Auch das kleine
Gänseblümchen trieb eine erste Blume und als es das erste Mal seine Blüte
öffnete, sah es um sich herum viele weitere kleine Gänseblümchen. Es war
so glücklich, endlich nicht mehr alleine zu sein.
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